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Ultramarin se

Henrik Tandefelt

Erschienen: dtv (2006)
Original: Ultramarin (2004)
Aus dem Schwedischen: Knut Krüger
ISBN: 3-423-24510-7 (tb)

Ultramarin Cover

Besprechung von nordische-krimis.de

Ultramarin ist der zweite Fall des Helden Josef Friedmann. Aber Fall ist nicht der richtige Ausdruck, denn der Held dieser kleinen Serie ist ein neugieriger Fotograf mit einer Menge Zeit. Die nutzt er, um zwei Morden nachzuspüren, die vielleicht zusammenhängen.

Auf eigene Faust, aber mit dem Segen der Polizei, reist er zwischen Schweden und Finnland hin und her und versucht die Hintergründe aufzudecken. Der Leser des Kriminalromans wird gleich im Prolog über eine der beiden Taten aufgeklärt und er verfolgt dann auf über 270 Seiten wie sich Friedmann der Lösung nähert. Miträtseln ist kaum möglich und so kommt leider wenig Spannung auf.

Weil bei einer der Taten Kunstwerke entwendet werden, liegt der Schwerpunkt auf Malerei, Fälschungen und dem Kunsthandel.

Das private Leben des Helden mit seiner opernsingenden Freundin, zwei Hunden und den Besuchen bei seiner Mutter ist dagegen amüsant zu lesen und kommt nicht zu kurz. Der Autor legt großen Wert darauf, dass er ohne Sex und Gewalt auskommt. Stimmt, wenn gleich der Held bei ersterem doch viel aktiver ist als die Helden Wallander und Van Veeteren, wenn gleich uns Details erspart bleiben.

Negativ ist die Tatsache, dass es sich bei dem Held eben nicht um einen Polizisten handelt und man sich ständig fragt, warum die Polizei diese Einmischung duldet, ja irgendwie sogar unterstützt. So ist die Auflösung des Falles aus der Sicht des Helden dann unbefriedigend, schließlich kann er keine Verhaftung durchführen und ist noch nicht einmal dabei.

Trotzdem habe ich persönlich Ultramarin gerne gelesen. Das Buch ist eine nette Abwechslung zu den Kommissarserien und kommt ausser bei den Taten wirklich ohne Gewalt aus und bei Sex bleibt es bei der Erwähnung. Damit ist Ultramarin auch für schreckhafte Leser als Abendlektüre geeignet. Ultramarin war für mich eine willkommene Abwechslung zu den manchmal doch düsteren und wehmütigen, teils brutalen Geschichten von Åke Edwardson, Leena Lehtolainen, Håkan Nesser und anderen Größen.

Kurz: Könnte spannender sein.

- mwk

Klappentext

Josef Friedmann hat es diesmal nach Finnland verschlagen. Seine Freundin Bella, die Sopranistin, hat ein Engagement an der Nationaloper in Helsinki angenommen. Doch statt mit ihr das Leben zu genießen, gerät Josef Friedmann mal wieder mitten hinein in einen mysteriösen Kriminalfall:

Der 85 Jahre alte Arzt Jens Bäck wird bewußtlos auf seinem einsam gelegenen Hof in der Nähe von Helsinki aufgefunden. Er stirbt drei Wochen später an den Folgen seiner Kopfverletzung. Zeitgleich verschwindet der russische Freund und Gehilfe Bäcks, Dimitri. Bäck galt als kontaktscheu und wohlhabend – er hat wertvolle Kunst gesammelt. Und tatsächlich fehlen in seinem Haus drei kostbare Ölgemälde des berühmten russischen Marinemalers Iwan Aiwasowski aus dem 19. Jahrhundert.

Gemeinsam mit dem zuständigen Kriminalkommissar Olli Mustonen verfolgt Friedmann die Spur eines Verbrecherduos, dem eine Folge von Einbrüchen zur Last gelegt wird. Dann stoßen die Beamten in einem Waldstück auf die Überreste einer männlichen Leiche. Könnte es sich um den verschwundenen Russen handeln? Hatte der etwas mit der russischen Mafia zu tun? Wo sind die Gemälde? Und: welche Rolle spielt Bäcks Sohn, der vorgibt, keinen Kontakt zu seinem Vater gehabt zu haben?

Henrik Tandefelt Krimis

Josef Friedmann: Lauf, Henlin, lauf! - Ultramarin

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