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Finnisches Requiem fi

Taavi Soininvaara

Erschienen: aufbau tb (2004)
Original: Koston komissio (2002)
Aus dem Finnischen: Peter Uhlmann
ISBN: 3-7466-2190-9 (tb)

Finnisches Requiem Cover

Besprechung von nordische-krimis.de

Soininvaara packt bei diesem Krimi wieder ein sehr aktuelles Thema an. Im Original bereits 2002 erschienen, spielt Finnisches Requiem im Herbst vor dem großen EU-Beitritt. Von den im Mai 2004 beigetretenen zehn Ländern, steht vor allem Ungarn im Mittelpunkt des Thrillers.

Der uns schon aus Finnisches Blut bekannte Wissenschafter Arto Ratamo arbeitet jetzt als Agent bei der finnischen Sicherheitspolizei SUPO. Während er noch (vergeblich) versucht bei einem Marathon vor seiner Lebensgefährtin und Kollegin Riita Kuurma zu bleiben, wird in Helsinki der deutsche EU-Kommissar erschossen.

Schnell sind wir mitten in den anfangs recht aussichtslosen Ermittlungen. Wer hatte ein Motiv? Eine Spur führt nach Ungarn, aber landet schnell in einer Sackgasse. Und dann ist da noch dieser Name, der aus der finnischen Vergangenheit kommt. Wahrscheinlicher scheint es da schon, finnische Globalisierungs- und EU-Gegner zu verdächtigen.

Erst recht, nachdem in Spanien ein zweiter EU-Kommissar einem Attentat zum Opfer fällt. Als bekannt wird, dass der führende finnische EU-Gegner sich am Ort des Geschehens aufhielt, wird er direkt nach seiner Heimkunft inhaftiert. Vier Verhöre innerhalb von 20 Stunden sollen ihn weich kochen. Aber außer teils nachvollziehbaren Zweifeln an der Erweiterung der EU, bzw. der Globalisierung kommt nichts heraus.

Wir Leser haben von Beginn an das Privileg den Attentäter zu kennen. Die Motive des Attentäters werden zwar mit der Zeit klarer, bleiben aber nicht wirklich nachvollziehbar. Aber der Attentäter ist nur ein Werkzeug. Will die organisierte Kriminalität in Ungarn den EU-Beitritt verhindern? Und was haben die Serben für Interessen?

Dieser Soininvaara war nicht so hektisch wie der erste Teil. Ein paar bekannte Figuren bleiben uns erhalten. Neben Arto und Riita, seine Tochter Nelli und Schwiegermutter. Sein Chef steht kurz vor dem Ruhestand und lässt anfangs die Zügel etwas schleifen. Der potenzielle Nachfolger macht sich sowohl bei Arto, als auch Riita sehr unbeliebt. Natürlich kommt Arto wieder in die ein oder andere lebensbedrohliche Situation.

Die politischen Hintergründe sind aktuell und zeigen uns die Welt auch mal aus anderen Augen. Speziell uns Deutschen fehlt doch schon mal der Blickwinkel eines "kleineren" Landes wie Finnland und die durchaus berechtigten Bedenken, in der EU nur noch überstimmt zu werden. Allein Nordrhein-Westfalen hat mehr als drei Mal so viele Einwohner wie Finnland.

Was den Einblick in die organisierte Kriminalität angeht, muss ich gestehen, dass ich von diesem Paralleluniversum möglichst wenig wissen will, auch wenn das zumindest naiv ist.

Kurz: Guter Thriller mit Grübelpotenzial

- rr

Klappentext

Kaltblütig wird der deutsche EU-Kommissar Walter Reinhart in Helsinki erschossen. Die finnische Sicherheitspolizei aktiviert ihre besten Köpfe, um das brutale Attentat aufzuklären, dem in schneller Abfolge weitere folgen. An vorderster Front kämpfen Arto Ratamo und Riita Kuurma, privat wie beruflich ein Paar. Der alleinerziehende Vater und Ex-Wissenschaftler hat Mut und einen siebten Sinn; Riita verfügt über die nötige Beharrlichkeit, um die Mörder ausfindig zu machen. Doch es sind die Hintermänner, die sich dem Zugriff entziehen - bis sie selbst zuschlagen.

Finnlands neuer Top-Autor Taavi Soininvaara hat einen rasanten Roman um die Machenschaften eines internationalen Mafia-Kartells geschrieben. Ausgezeichnet als "bester finnischer Kriminalroman des Jahres".

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Arto Ratamo: Finnisches Blut - Finnisches Requiem - Finnisches Roulette - Finnisches Quartett

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